Fakten & Wissen

Abbildung der israelischen Nationalflagge
  • Nationalflagge seit der Gründung Israels 1948
  • Davidstern – Symbol der jüdischen Einheit und der Glaubensverbundenheit
  • Blau und Weiß sind die Farben jüdischer Ritualkleidung

Offizieller Name: Staat Israel
Staatsform: parlamentarische Demokratie
Fläche: 22.145 km² Fläche – vergleichbar mit der Schweiz

Die Karte zeigt Israel und die palästinensischen Gebiete (hell gestreift). Dazu gehören der Gazastreifen und das Westjordanland sowie Ost-Jerusalem. Die Golanhöhen (dunkel gestreift) sind seit 1967 von Israel besetzt. Völkerrechtlich gehören sie zu Syrien.Hauptstadt:                 Jerusalem (international nicht anerkannt)

Karte von Isreael und angrenzenden Gebieten

Große Städte: Tel Aviv-Yafo, Haifa, Rishon Le-Ziyyon, Ashdod, Petah Tiqwa, Be’er Sheva, Netanya
Kontinent | Lage: Asien, „Naher Osten“ am östlichen Mittelmeer

Nachbarländer 
Norden: Libanon
Nordosten: Syrien
Osten: Jordanien
Südwesten: Ägypten
Währung: Neuer Israelischer Shekel
Sprachen: Hebräisch, Arabisch, Englisch (Handelssprache)
Unabhängigkeitstag: 14. Mai 1948

Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion die Unabhängigkeit des Staates Israel aus. Er wurde zudem der erste Ministerpräsident eines demokratischen Staates Israel.

Seinen Namen hat Israel von Jakob, einem der biblischen Stammväter der Juden, dessen Beiname „Israel“ war.

Israel versteht sich als Nationalstaat des jüdischen Volkes, als weltweit einziger jüdischer Staat.

Israel hat ein dreistufiges Bildungssystem mit einer Schulpflicht vom 5. bis 16. Lebensjahr (oder bis zur 12. Klasse). Dabei ist bereits das letzte Kindergartenjahr verpflichtend.

Die Schulwoche beginnt am Sonntag und endet am Donnerstag oder am Freitag als verkürzter Schultag. Die Schüler tragen nicht in allen Schulen Uniformen, aber alle Schulen geben eine Kleiderordnung vor.

  • Grundschule: 6 Jahre, 1.-6. Klasse
  • Sekundarstufe I (Junior High): 3 Jahre, 7.-9. Klasse
  • Sekundarstufe II (High School oder Berufsschule): 3 Jahre, 10.-12. Klasse

Postsekundar – und Tertiärbereich: Berufsbildungskurse an Berufszentren, Ausbildung im Bereich Technik- und Ingenieurewesen, Hochschule/Universität

  • Städtische und private Einrichtungen wie Krippen und Kindergärten (Gan)
  • Das letzte Kindergartenjahr ist verpflichtend.
  • Familiäre Betreuung durch Tagesmütter (Mishpakton) in Privathäusern

  • Küstenebene – feuchtheiße Sommer und milde regenreiche Winter (z. B. Tel Aviv)
  • Bergland – warme trockene Sommer, kalte Winter (z. B. Jerusalem)
  • Wüste – heiße und trockene Sommer, milde Winter (z. B. Negev)

Die Küche Israels umfasst regionaltypische und die von Juden aus der Dispora nach Israel mitgebrachten Gerichte. Sie ist geprägt von der Kochkunst der Mizrachim, Sephardim und Aschkenasim.

Gerichte bestehen aus viel Gemüse und Hülsenfrüchten und orientalischen Gewürzen (Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom oder Petersilie).  Gesüßt wird mit Datteln, Feigen und Granatäpfeln.

Bekannte Klassiker sind u.a. Shakshuka, Gefilte Fich, Kebab, Latkes, Falafel, Hummus, Matze, Challa, Rugelach, Knafeh.

Einwohner: ca. 10 Millionen
Einziger Staat der Erde mit mehrheitlich jüdischer Bevölkerung.

Bevölkerungsgruppen (Mai 2021) 

Jüdisch: 73,89 % (6,902 Millionen)
Arabisch: 21,07 % (1,968 Millionen)
Andere: 5,04 % (0,470 Millionen)

Religionen (2018)    

Judentum: 74,3 %
Islam: 17,8 %
Christentum: 1,9 %
Drusen: 1,6 %
Andere Religionen: 4,4 % 

  • Den Süden Israels prägt die Wüste Negev (auf Hebräisch „Negeb“).
  • Sie nimmt 60% des gesamten Landes ein. Nur 10 von 100 Menschen leben dort!
  • Wüstenklima: heiß und trocken

Salzig wird’s im Toten Meer. Der See erhält sein Wasser aus dem Fluss Jordan.

Aufgrund des hohen Salzgehaltes treiben Schwimmer im Toten Meer oben – so kann man sogar im Wasser liegend Zeitung lesen!

Das Tote Meer ist – mit mehr als 425 Metern, unter dem Meeresspiegel – nicht nur der tiefste Punkt von Israel, sondern der ganzen Erde.

Aber Achtung: das Salz ist aggressiv und sollte weder verschluckt werden noch in die Augen geraten.

Israels höchster Berg (2.224 Meter) ist der auf den Golan Höhen gelegene Berg Hermon (Har Hermon).

Hier ist bei passenden Temperaturen und Wetterbedingungen auch Wintersport und Skifahren möglich.

Am Fuße des Hermon-Gebirges entspringen auch die drei Jordan-Quellflüsse: Banyas, Dan und Hazbani.

  1. Die weiße Stadt in Tel Aviv
  2. Masada
  3. Altstadt von Akkon / Akko
  4. Die biblischen Tels: Megiddo, Hazor, Beer Sheba
  5. Weihrauchstraße – Wüstenstädte in der Negev
  6. Altstadt von Jerusalem
  7. Bahai-Weltzentrum
  8. Berg Caramel – frühsten Kulturen Nahal Me’arot & Wadi el-Mughara Höhle
  9. Die Höhlen von Maresha und Beit Guvrin im judäischen Tiefland als Mikrokosmos des Höhlenlandes
  10. Nekropole von Beit She’arim: Ein Wahrzeichen der jüdischen Erneuerung

Die Altstadt ist von einem Mauerring umgeben und lässt sich durch acht verschiedene historische Ein- und Ausgangstore betreten.

Er wurde vor rund 2.000 Jahren von Herodes errichtet und ist für die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und den Islam von enormer Bedeutung.

Er erhebt sich genau gegenüber vom Tempelberg in Jerusalem und zählt zu den bedeutenden Orten im Juden- und Christentum sowie dem Islam.

Den Namen „Klagemauer“ benutzen die Juden für diese heilige Stätte nicht, er wird häufig umgangssprachlich genutzt. Für Juden ist es die Westmauer oder „HaKotel“. Sie umgab eine zweite jüdische Tempelanlage, die rund 70 Jahre nach Christi Geburt zerstört wurde.

Im Jüdischen Viertel der Altstadt Jerusalems auf dem Tempelberg ist sie Erinnerungsort an den Bund Gottes mit seinem Volk Israel und somit die heiligste Stätte des Judentums. Dort fühlen sich viele Jüdinnen und Juden Gott so nahe wie sonst nirgendwo.

Gläubige aus der Stadt und der ganzen Welt kommen zum Beten an diesen Ort. In den Ritzen der Mauer stecken kleine Zettel mit Wünschen und Gebeten.

Sie ist die zweitgrößte Stadt Israels mit fast 500.000 Einwohnern. Viele Länder haben ihre Botschaft in Tel Aviv. Die Stadt besitzt mehr als 4.000 historischen Gebäude im weißen Bauhausstil und wurde als „Weiße Stadt“ in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Tel Aviv ist eine moderne und lebendige Metropole am Mittelmeer, die Tradition (im alten Jaffa, antike Hafenstadt) mit Moderne verbindet. Als Urlaubsziel ist Tel Aviv für ihre 14 km langen Strände, 300 Sonnentage und eine vielfältige Kultur bekannt.

Sie ist die Stadt verschiedenster Kulturen mit einer lebendigen LGBT-Szene und mit innovativen Technologien.

Tel Aviv wird als Silicon Valley des Nahen Ostens bezeichnet, da sie mit über 6.000 Startups den Ruf als innovativste Stadt der Welt erworben hat und sogar als teuerste Stadt der Welt angesehen wird.

Beim koscheren  Kochen sind bestimmte Speiseregeln einzuhalten. Zum Beispiel darf kein Schweinefleisch gegessen werden, Fleisch und Milchspeisen sind immer zu trennen. Vorgeschrieben wird auch, wie Tiere zu schlachten sind und welche Tiere wie und womit zu essen sind.

Die Vorschriften unterscheiden sich in den jüdischen Familien.

Neben Fußball, Basketball und dem Strandspiel Matkot ist Schach die populärste Sportart in Israel.

In keinem Land gibt es mehr Schachgroßmeister pro Einwohner, als in Israel.

Die Musik Israels wird von östlichen und westlichen Einflüssen geprägt. Pop, Rock und Hip-Hop gehören genauso dazu, wie die traditionelle jüdische Musik (wie Klezmer) oder  orientalisch geprägte Genres (Mizrahi-Musik).

Als das bekannteste jüdische Lied gilt „Hava Nagila“, das traditionell bei jüdischen Festen gesungen wird, aber auch Lieder wie das tief bewegende „Jerusalem von Gold“ oder jiddische Klassiker wie „Donna Donna“ haben eine weltweite Bekanntheit.

Israel ist weltweit führend bei Agrartechnologien (AgriTech), insbesondere im Wassermanagement und bei der Entwicklung trockenheitstoleranter Pflanzen.

Nur etwa 20 % der Fläche des Landes sind landwirtschaftlich nutzbar.

Wichtige Anbauprodukte: Trotz Wasserknappheit ist der Obstanbau (sogar in der Wüste) durch hochentwickelte Bewässerung und Züchtung sehr fortgeschritten. Zitrusfrüchte, Datteln, Avocados, Mangos, Kiwis, Weintrauben und Granatäpfel dominieren.

Als Feldfrüchte werden Weizen, Sorghum (Hirsenart) und Mais angebaut.

Israels Hightech-Wirtschaft zählt zur Weltspitze und ist ein Hotspot für Technologie und Innovation. Eine führende Rolle nimmt Israel in Software, Cybersecurity, Biotechnologie und der Diamantenverarbeitung ein. Die israelische Diamantenindustrie ist eines der weltweiten Zentren für Diamantenzuschneidung und -polierung.

Auch die Chemie- und Pharmaindustrie, Elektronik, Maschinenbau (insbesondere für die Rüstung) sowie Solar- und Medizintechnik sind bedeutend. Das Land gilt als „Start-up-Nation“ wegen seiner hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung und seiner Innovationskraft.

Der israelische Erfindergeist entwickelte u.a. die perfekte Tröpfchenbewässerung, den USB Stick, das mobile Raketenabwehrsystem Iron Dome oder die weltweit beliebte Kirschtomate.

Kein Land der Welt investiert in Bezug auf seine Einwohner mehr Geld in die Forschung, als Israel.

Israel hat 14 Nobelpreisträger.

Sechs für Chemie, vier für Wirtschaftswissenschaften, drei mit dem Friedensnobelpreis und einem Nobelpreis für Literatur.

Als eine der fünf Weltreligionen entstand das Judentum vor etwa 3.000 Jahren. Weltweit gehören fast 14 Mio. Menschen dieser Religion an. Die Juden bilden nicht nur eine Religionsgemeinschaft, sondern auch ein Volk.

Juden glauben an einen Gott (Schöpfer der Welt). Das Symbol ihrer Religion ist der Davidstern.

Ihre heilige Schrift die Tora und ihr Gotteshaus die Synagoge. Der wöchentliche Ruhetag „Schabbat“ beginnt am Freitagabend und dauert bis Samstagabend.

Das Judentum hat einen eigenen Kalender (beginnt 3761 Jahre vor dem christlichen Kalender) und eigene religiöse Feiertage.

Orthodoxes Judentum

Die orthodoxen Juden verstehen die Tora als unmittelbar von Gott offenbart. Sie befolgen im Alltag genau die „Halacha“, das jüdische Religionsgesetz.

Liberales/progressives Judentum

Die liberalen Juden übersetzen und interpretieren die Tora in die Gegenwart. Die religiösen Gebote werden nicht als von Gott gegeben anerkannt, sondern als vom Menschen gemacht verstanden.

Konservatives Judentum

Die konservativen Juden bilden besonders in den USA eine große und wichtige jüdische Gemeinschaft und verstehen sich als Mittelweg zwischen orthodoxem und progressivem Judentum.

Nach religiöser Tradition gilt als Jude, wer eine jüdische Mutter hat, der Vater muss kein Jude sein. Es ist auch möglich, zum Judentum überzutreten. Auch ein Jude, der nicht an Gott glaubt, bleibt ein Jude! Im Judentum bestimmt nicht nur die Religion, was jüdisch ist, denn das Volk der Juden sind durch ihre Tradition, Lebensgewohnheiten und die gemeinsame Geschichte verbunden.

Die meisten Juden sehen genauso aus wie du und ich. Wenn Juden in die Synagoge und auf den Friedhof gehen oder beten, setzen Männer eine Kippa auf und manche Frauen eine Kopfbedeckung. Fromme Juden setzen auch im Alltag ihre Kippa auf oder einen Hut oder sie tragen eine Kette mit einem Davidstern.

Die Kippa ist ein Käppchen, das die Männer auf ihrem Hinterkopf tragen. Sie symbolisiert Ehrfurcht und den Respekt, dass sich Gott über dem Menschen befindet.

Der Davidstern ist das Symbol der jüdischen Einheit und der Glaubensverbundenheit.

Er besteht aus zwei Dreiecken, die miteinander verbunden sind. Das eine Dreieck steht für Gott und das andere für die Menschen.

Die Tora oder auch Tanach ist Teil der hebräischen Bibel und das heilige Buch der Juden. Sie besteht aus den fünf Büchern Mose. Sie ist als Rolle auf zwei Holzstäbe aufgewickelt und handgeschrieben.

Sie darf nicht mit der bloßen Hand berührt werden. Ein silberner Stab (Jad) mit einer Hand und aus ausgestrecktem Zeigefinger dient als Lesehilfe.

Die Synagoge ist das Gotteshaus der Juden. Dort versammeln sich die Juden zum Gebet und sie dient als Lehrhaus einer jüdischen Gemeinschaft. Wichtige Elemente in einer Synagoge sind der Tora-Schrein (nach Jerusalem gerichtet), das ewige Licht und das Lesepult.

Ein Rabbiner/ eine Rabbinerin sind Lehrer. Sie leiten die Gemeinden und oft den Gottesdienst in der Synagoge.

Der Schabbat ist der wöchentliche Ruhetag im Judentum. Er beginnt am Freitagabend mit Sonnenuntergang und endet am Samstagabend.

Meist trifft sich die ganze Familie – auch mit Freunden und Bekannten – am Freitag zum gemeinsamen Abendessen. Zu dieser Zeit begrüßen sich alle mit „Schabbat-Schalom“. An jedem Schabbat wird ein traditionelles Weißbrot „Challa“ gereicht.

Am Samstagvormittag besuchen alle zusammen den Schabbatgottesdienst in der Synagoge, wo der wöchentliche Abschnitt aus der Tora gelesen wird.

Für den Schabbat gibt es wichtige Regeln. Verboten sind neben der Arbeit z.B. Fernsehen und Computer, Autofahren, Einkaufen, Musik hören. Auch darf man keinen Knopf drücken, den Herd oder das Licht nicht anschalten. Dank automatischer Zeitschaltuhren können viele Dinge automatisch erfolgen.

Challa ist ein geflochtenes Hefezopfbrot, das in der jüdischen Kultur am Schabbat und an Feiertagen einen wichtigen Platz einnimmt.  Es wird mit Sesam oder Mohn betreut. Die drei Zöpfe der Challa bedeuten Wahrheit, Frieden und Gerechtigkeit. Das Flechten selbst steht für Verbindung und Liebe.

Jom Kippur – Versöhnungstag

Feierlichste und heiligste aller jüdischen Feiertage. Er wird mit einem ganztägigen Gottesdienst begangen, an dem Gläubige um Vergebung ihrer Sünden bitten – vor Gott und ihren Mitmenschen.

Jom Kippur bildet den Abschluss der zehn Bußtage, die mit dem jüdischen Neujahrsfest beginnen.

Rosch ha-Schana – Neujahrsfest

Dieses Fest erinnert an die Schöpfung der Welt, denn nach jüdischem Glauben wurde an diesem Tag die Welt erschaffen. Dieses jüdische Neujahrsfest wird im Herbst begangen und leitet die Zeit der Besinnung, des Gebetes, die Zeit der Buße und Vergebung ein. Diese Zeit findet ihren Abschluss im Feiertag Jom Kippur.

Traditionell wird auf einem alten jüdischen Blasinstrument „Schofar“ geblasen, das aus einem Widderhorn gefertigt wurde, man tunkt Äpfel in Honig und wünscht sich ein „süßes“ neues Jahr.

Lekach ist jiddisch und bedeutet Honigkuchen. Er wird traditionell zu Rosch ha-Schana gebacken und symbolisiert den Anfang, die Süße und die Freude des  neuen jüdischen Jahres.

Sukkot – Laubhüttenfest

Dieses Fest wird als Erntedank und Freudenfest sieben Tage fröhlich und unter freiem Himmel in einer Laubhütte gefeiert. Es erinnert an die Wanderung der Israeliten (40 Jahre) durch die Wüste, wo sie nur in Zelten lebten. Die Hütte wird mit einem Dach aus Zweigen gebaut, sodass man die Sterne sehen kann. Sie wird mit Obst und Gemüse geschmückt. Während dieser Zeit verbringt man soviel wie möglich Zeit in der Hütte. Zum gemeinsamen Feiern, Essen, Tanzen, Singen und Schlafen.

Pessach – Passahfest

Dieses Fest wird im Frühling gefeiert und erinnert an das Ende der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten. Es beginnt mit dem „Sederabend“, einer Essens-Zeremonie nach streng festgelegter Ordnung. Der Verzehr von Getränken und Speisen, die gären, ist sieben Tage lang verboten. Vor allem die ungesäuerten Mazzen Brote „Mazza“ oder auch „Mazzot“ erinnern an die eilige Flucht. Diese Brote werden aus Wasser und Mehl sofort gebacken. Bei der Flucht aus Ägypten hatten es die Menschen so eilig, dass sie ihr Brot schnell backen mussten.

Schawuot – Wochenfest

Dieses Fest wird sieben Wochen nach Pessach gefeiert und hat zwei Bedeutungen.

Zum einen wird es als Erntedankfest und zum anderen als fest der Gabe der Tora und der zehn Gebote am Sinai gefeiert. In einem Morgengottesdienst werden die zehn Gebote aus der Tora vorgelesen. Zu diesem fest werden traditionell milchige Speisen gegessen.

Chanukka – Lichterfest

Dieses Fest findet im Dezember statt, dauert acht Tage und erinnert an ein Lichtwunder, das sich während der Einweihung des zweiten Tempels in Jerusalem vor mehr als 2.000 Jahren ereignet hat. Als Halbfeiertagsfest, wird morgens die Synagoge besucht, anschließend zur Arbeit und in die Schule gegangen und abends ausgiebig gefeiert. Jede Familie hat einen Leuchter „Chanukkia“ mit neun Armen. Acht Kerzen erinnern wie die acht Chanukka-Tage an das achttägige Lichtwunder im Tempel. An der neunten Kerze zündet jeder die anderen Kerzen an. Dafür wird jeden Tag eine Kerze mehr angezündet, bis am Ende der Chanukka-Zeit alle Lichter leuchten.

Purim – Losfest

Dieses Fest wird als fröhliches und jüdisches Freudenfest gefeiert. Es erinnert an die Rettung des Volkes Israel durch Ester, von der im Alten Testament berichtet wird.

Die Menschen ziehen in Kostümen durch die Straßen und veranstalten festliche Umzüge.

Eine große Bedeutung hat dabei, dass jeder Mensch zwei bedürftige Menschen unterstützen soll.

Die Speisevorschriften sind in der Tora vorgegeben. Alles, was man nach den Vorschriften der Tora essen darf, nennt man „koscher“. Das bedeutet soviel wie zugelassen. U.a. gehören dazu Kühe, Schafe und bestimmte Geflügel. Die Schlachtung dieser Tiere ist streng geregelt. Auch wird geregelt, dass Milch und Fleisch nie zusammen zubereitet und gegessen werden dürfen. Obst und Gemüse sowie Getreide können immer gegessen werden, da sie „parve“ (neutral) sind.

Als jüdisches Ritualbad bezeichnet Mikwe ebenso das Gebäude, in dem das Tauchbad stattfindet.

Das Ritual hat die rituelle Reinheit zum Zweck. Als rituell unrein gelten die Personen, die mit Blut oder Toten in Kontakt gekommen sind, ebenso Frauen nach der Monatsblutung. Dabei wird der Körper wird völlig unbekleidet und auch frei von Schmuck und Schminke mit samt des Kopfes untergetaucht.

Der Bau der Mikwe und die Herkunft des Wassers sind ganz genau geregelt. Sie muss mit 920 l Wasser natürlicher Herkunft gefüllt sein. Daher wird eine Mikwe oft auf dem Grundwasserniveau angelegt.

Für Juden und Jüdinnen ist die Geburt ein Wunder Gottes. Wird ein Kind von einer jüdischen Mutter geboren ist es ein Jude oder eine Jüdin. Mädchen erhalten ihren Namen in der Synagoge.

Der Geburtstag selbst hat jedoch im Judentum keine Bedeutung.

Die Beschneidung bei Jungen (Entfernung der Vorhaut) findet am achten Tag nach der Geburt statt und symbolisiert, dass der jüdische Glaube nun auch in der nächsten Generation weiter lebt und die Verbindung zu Gott. An diesem Tag erhält ein Junge auch seinen jüdischen Namen.

Die spirituelle Bedeutung des achten Tages geht auf die Bedeutung der Zahl Acht zurück. Sie bedeutet Ewigkeit und Unendlichkeit.

Heutzutage gibt es viele Familien, die diese Beschneidung nicht vornehmen, sodass ihre Söhne später selbst entscheiden können.

Diese jüdischen Feste werden dann begangen, wenn Jungen und Mädchen als vollwertige Mitglieder ihrer Gemeinde religiös volljährig werden. Sie tragen dann die Verantwortung für ihre religiösen Pflichten, die Gebote der Tora einzuhalten.

Bar Mizwa, „Sohn der Pflicht“: Jungen sind nach der jüdischen Religion mit 13 Jahren volljährig.

Bat Mizwa, „Töchter der Pflicht“: Mädchen werden schon mit 12 Jahren religiös volljährig.

Die Hochzeit ist auch im Judentum ein bedeutendes Fest und Symbol der Vollkommenheit.

Die Trauung findet unter der Chuppa statt. Als Himmelszelt symbolisiert die Chuppa das Heim des neuen Ehepaares. Nach der Unterzeichnung des Ehevertrages segnet der Rabbiner einen Becher Wein, aus dem das Ehepaar trinkt. Die Eheringe symbolisieren, dass das Brautpaar nach den Gesetzen von Moses und Israel geheiligt ist. Nach dieser Zeremonie zertritt der Bräutigam ein Weinglas. Dieses Ritual erinnert an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem. Bevor die große Feier beginnt wünschen alle mit den Rufen „Masal tow“ dem Paar viel Glück.

Der Tod bedeutet im Judentum, dass die Seele zu Gott geht und der Körper zur Erde zurückgehrt, deshalb sind auch nur Erdbestattungen erlaubt. Als festes Ritual gilt die Totenwache, wobei der Verstorbene bis zur Beerdigung nicht mehr allein gelassen wird. Dabei zeigen die Füße zur Tür, durch die er später herausgetragen wird. Am Kopfende brennt eine Kerze. Der Leichnam erhält nach der Waschung ein schlichtes Sterbekleid und einen schlichten Sarg. Die Beerdigung sollte in den nächsten 24 Stunden bis max. drei Tagen stattfinden. Das Grab erhält keine Blumen, sondern Steine der Erinnerung. Die Trauerzeit ist in drei Phasen eingeteilt. Die erste Phase der intensiven Trauer mit strengen Regeln dauert sieben Tage, die zweite Phase 30 Tage, wobei die Regeln deutlich gelockert sind. Mit dem Ende der Trauerzeit nach zwölf Monaten wird der Grabstein eingeweiht.

Der jüdische Friedhof ist für die Ewigkeit, ein Grab darf niemals aufgelöst werden, da die Erinnerung im Judentum einen festen Platz hat. Am Todestag des Verstorbenen sowie an allen Feiertagen beten die Familien und stellen eine Kerze auf.

Menora heißt Leuchter und besteht aus sieben Armen, die für sechs Tage der Schöpfung und den Schabbat stehen, wobei die mittlere Kerze dem Ruhetag gewidmet ist.

Sie steht als antikes Symbol für das Judentum und den Jerusalemer Tempel, in dem sie einst immer als Licht Gottes brannte.